Unser Oktober bei INNSEL: Coaching, Fortbildung & Alltag


Was zwischen den Bildern liegt
Manchmal liegen zwischen einer „Bühne“ und einem Besen nur wenige Stunden.
Eben noch über künstliche Intelligenz sprechen, später die Räume für die nächste Veranstaltung vorbereiten. Dazwischen eine Nachricht beantworten, Unterlagen überarbeiten und prüfen, ob eine gemeldete Sicherheitslücke auch unsere Systeme betrifft.
So lässt sich unser Oktober vielleicht am ehrlichsten beschreiben: als ein Monat voller Wechsel. Zwischen Menschen und Technik, zwischen großen Fragen und kleinen Handgriffen. Zwischen dem schönen Gefühl, etwas gestalten zu können, und der Erkenntnis, dass auch ein voller Einsatz den Tag nicht länger macht.
Auf Social Media sieht man davon Ausschnitte. Ein Bild aus einem Seminar, einen Gedanken aus unserer Arbeit, Menschen an einem Tisch. Wir teilen diese Einblicke gerne. Aber wir können und wollen dort nicht alles zeigen.
Weil manches vertraulich ist. Weil wir während eines Gesprächs lieber zuhören, als an den nächsten Beitrag zu denken. Und weil wir manchmal schlicht beide Hände voll haben.
Deshalb nehmen wir euch hier ein Stück weiter mit.
Ein voller Kalender erzählt noch nicht die ganze Geschichte
Ostrach, Schlier, Wangen, Ravensburg, Vorarlberg, Wien. Hinter den Orten in unserem Kalender standen im Oktober sehr unterschiedliche Aufgaben: Teamcoaching, Gesprächsmoderation, Fortbildungen, Unterricht und Beratung.
Wir begleiteten pädagogische Teams, moderierten ein Gespräch im kommunalen Umfeld und arbeiteten in einer mehrteiligen Workshopreihe mit einem Bauhof. Dazu kamen Führungskräfte- und Einzelcoachings.
Was uns an dieser Vielfalt gefällt: Wir dürfen Arbeitswelten kennenlernen, die von außen manchmal wenig miteinander zu tun zu haben scheinen. Und erleben dabei, wie vertraut manche Fragen über Berufsgrenzen hinweg sind.
Wie sprechen wir Dinge an, die schon länger zwischen uns stehen? Wer trägt welche Verantwortung? Wie finden wir einen gemeinsamen Weg, wenn wir dieselbe Situation unterschiedlich erleben?
Für solche Fragen braucht es Zeit. Im Arbeitsalltag müssen sie oft warten, weil etwas anderes gerade dringender ist. Trotzdem verschwinden sie nicht. Sie sitzen mit in der nächsten Besprechung, wirken in Entscheidungen hinein und kosten mitunter mehr Kraft, als man sich eingesteht.
Einen Rahmen zu schaffen, in dem sie ausgesprochen und bearbeitet werden können, ist ein wesentlicher Teil unserer Arbeit.
Was dabei persönlich zur Sprache kommt, bleibt dort. Auch deshalb fehlen manche der wichtigsten Stunden unseres Monats vollständig auf Social Media.
Wenn man weiß, wie es gehen könnte und es trotzdem schwerfällt
Wir beschäftigten uns in einer Inhouse-Fortbildung mit Handlungssicherheit im Schulalltag und in unseren Räumlichkeiten mit herausfordernden Elterngesprächen.
Es sind Themen, bei denen fachliches Wissen und das eigene Erleben eng zusammenliegen. Man kann viel über Gesprächsführung wissen und vor einem bestimmten Gespräch trotzdem angespannt sein. Man kann Erfahrung mitbringen und dennoch in eine Situation geraten, in der die passenden Worte fehlen.
Das kennen viele Menschen, die mit Menschen arbeiten.
Uns ist wichtig, dafür in Fortbildungen Platz zu lassen. Für die fachliche Auseinandersetzung ebenso wie für die Frage: Was hilft mir unter den Bedingungen, die ich tatsächlich vorfinde?
Auch im Unterricht für angehende Fachwirt*innen für Organisation und Führung am IfSB zu Teamentwicklung und Erwachsenenbildung, bei der Praxisbegleitung von Auszubildenden der Jugend- und Heimerziehung und bei der Fortbildung zu Ganztagesbetreuung ging es immer wieder um die Verbindung zwischen Wissen und beruflichem Handeln.
Wir mögen diese Arbeit, weil sie nah am Alltag bleibt. An einem Gespräch, das geführt werden muss. Einer Verantwortung, in die jemand hineinwächst. Einer Situation, für die es keine einfache Antwort gibt, aber vielleicht einen nächsten guten Schritt.
Ein Frühstück und die Möglichkeit, gemeinsam weiterzudenken
Zwischen diesen Terminen fand unser erstes INNSEL-Frühstück statt.
Menschen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern an einen Tisch zu bringen, war uns ein Anliegen. Im Zentrum stand eine Frage, die uns selbst immer wieder begegnet: Was entwickeln und organisieren wir jeweils allein, obwohl eine gemeinsame Lösung hilfreicher sein könnte?
Wer mitten im Tagesgeschäft steckt, hat selten Gelegenheit, über die Grenzen der eigenen Organisation hinauszuschauen. Dabei beschäftigt sich vielleicht ganz in der Nähe jemand mit einer ähnlichen Frage. Hat eine Erfahrung gemacht, die weiterhilft. Oder sucht genau den Austausch, den man selbst gerade vermisst.
Beim ersten Frühstück entstanden Gespräche und Gedanken, die wir weiterführen möchten. Inzwischen bereiten wir das nächste Treffen vor.
Es tat gut, dafür einen Anfang zu machen. Einen Termin im Kalender zu haben, bei dem das gemeinsame Nachdenken selbst seinen Platz bekam.
Auf der Bühne über KI sprechen. Danach wieder genau hinschauen.
In Vorarlberg führte uns eine Keynote an die pädagogische Hochschule. Das Thema: KI in der Berufsorientierung.
Künstliche Intelligenz beschäftigt uns auch in unserer eigenen Arbeit. Wir erproben Möglichkeiten, bauen eine lokale KI auf und arbeiten daran, Wissen und Unterlagen sinnvoll zugänglich zu machen.
Das bringt Neugier mit sich. Ideen. Manchmal die Freude darüber, dass etwas funktioniert. Und ebenso die Erfahrung, dass zwischen einer überzeugenden Möglichkeit und einem verlässlichen Arbeitsablauf einige mühsame Schritte liegen können.
Im Oktober forderte uns auch besonders die IT-Sicherheit.
Immer wieder mussten wir relevante Sicherheitsmeldungen prüfen: Betrifft uns diese Lücke? Wo steckt die betroffene Komponente? Gibt es bereits eine Lösung? Dann Sicherheitsupdates einspielen und kontrollieren, ob anschließend alles weiterläuft.
Lokalisieren, patchen, prüfen.
Dafür war nicht plötzlich Zeit übrig. Die anderen Aufgaben waren weiterhin da. Fortbildungen wollten vorbereitet, Gespräche geführt und Anfragen beantwortet werden.
Diese technische Arbeit hat uns gefordert. Sie brauchte Geduld und Aufmerksamkeit, gerade weil sorgfältiges Vorgehen wichtig war. Und sie gehörte zu den Teilen dieses Monats, bei denen von außen kaum sichtbar wird, wie viel dahintersteckt.
Wenn nach einer Aktualisierung wieder alles funktionierte, war das trotzdem ein guter Moment. Einer, für den es keinen Post brauchte.
Die stillen Stunden gehören genauso dazu
Andere Stunden verbrachten wir über Curricula, Nachweisen und Formulierungen für einen DQR-Einreichungsprozess in Baden-Württemberg.
Da wird gelesen, abgeglichen, nachgefragt und noch einmal überarbeitet. Was genau sollen Menschen nach einer Weiterbildung können? Wie wird das festgestellt? Und wie lässt sich nachvollziehbar darstellen, was in der Praxis umgesetzt wurde?
Solche Arbeit verlangt Ausdauer. Manchmal hängt man länger an einem Absatz, als man vorher für ein ganzes Dokument eingeplant hatte.
Wir nehmen uns diese Zeit, weil Bildungsqualität auch in diesen Details steckt. Menschen investieren viel in eine Weiterbildung: Zeit, Geld, Energie und die Hoffnung, beruflich weiterzukommen. Das verdient Sorgfalt.
Auch in unserer Arbeit bei der koje in Vorarlberg spielten Qualifizierung und Qualität im Oktober eine wichtige Rolle. Neben einem Workshop zu Nähe und Distanz in der Offenen Jugendarbeit, Bewerbungsgesprächen für unseren Quereinstiegslehrgang, Beratungen und weiteren Aufgaben führten drei Tage nach Wien.
Dort ging es beim aufZAQ-Vernetzungstreffen und in einem Workshop des Projekts ALOUT unter anderem darum, Kompetenzen aus der Jugendarbeit nachvollziehbar zu beschreiben und sichtbar zu machen. Dazu kam die eigene Weiterbildung als Teilnehmende zum Thema Wirkungsmessung und Wirkungsmanagement.
Selbst dazuzulernen gehört für uns dazu. Es hält uns in Bewegung und erinnert uns daran, wie anspruchsvoll es sein kann, Lernen im ohnehin gefüllten Alltag unterzubringen.
Und irgendwann muss noch jemand kehren
Bei aller fachlichen Arbeit bleibt ein Unternehmen auch ein sehr konkreter Ort.
Räume müssen vorbereitet werden. Jemand muss einkaufen, Rechnungen bearbeiten und Mails beantworten. Es muss geputzt werden. Und vor der Tür liegt eben auch mal etwas, das weggekehrt werden will.
Also wechseln wir die Rolle.
Von der Beratung zur Buchhaltung. Von der Konzeptarbeit zur Raumvorbereitung. Vom Vortrag zur technischen Fehlersuche.
Unternehmertum bietet uns viel Freiheit, Dinge zu gestalten. Gleichzeitig bedeutet es, für sehr vieles zuständig zu sein. Auch ein Angestelltenleben bringt Verantwortung, Abstimmungen und Aufgaben mit, die sich nicht immer so verteilen lassen, wie es der eigenen Energie entsprechen würde.
Beide Arbeitswelten gehörten zu unserem Oktober. Mit vielen schönen Seiten und mit Tagen, an denen es viel war.
Wir finden, das darf in einem Rückblick vorkommen. Wir freuen uns über unsere Arbeit und über das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Trotzdem ist nicht jeder Tag leicht. Und nicht jede Aufgabe erledigt sich mit Begeisterung.
Manche erledigt man mit einem tiefen Atemzug. Andere gemeinsam. Und manchmal hilft es schon, eine Frage nicht länger allein im Kopf zu bewegen.
Was wir mitnehmen
Wenn wir jetzt auf den Oktober schauen, denken wir an die vielen Menschen, denen wir begegnet sind. An das Vertrauen, mit dem sie uns ihre Fragen anvertraut haben. An die Bereitschaft, sich mit der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen, obwohl der Alltag schon genug verlangt.
Das berührt uns an unserem Beruf: Menschen nehmen sich Zeit, genauer hinzusehen. Auf ihre Zusammenarbeit, ihre Rolle, ihre Möglichkeiten. Wir dürfen sie dabei ein Stück begleiten.
Dafür schaffen wir bei INNSEL Raum. Mit Fortbildungen, Coaching, Supervision und moderierten Gesprächen, die an dem ansetzen, was gerade beschäftigt.
Vielleicht gibt es auch bei euch ein Thema, das immer wieder auf später verschoben wird. Ein Gespräch, das einen guten Rahmen braucht. Eine Frage zur Führung. Oder den Wunsch, als Team wieder besser miteinander arbeiten zu können.
Ihr dürft damit zu uns kommen, bevor ihr wisst, wie die Lösung aussieht.
Und wenn wir demnächst wieder ein Bild aus unserer Arbeit teilen, gehört all das ein bisschen mit dazu: die Vorbereitung, das Nachdenken, die Verantwortung. Die Freude und die Anstrengung.
Und gelegentlich ein Besen, der knapp außerhalb des Bildes steht.
Petra & Christian


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