Zwischen Krisenmodus und Klarheit: Was VUCA und Growth Mindset für deine Organisation bedeuten
- INNSEL

- vor 15 Stunden
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VUCA und Growth Mindset, eine INNSEL-
Perspektive
VUCA ist für INNSEL kein Modewort, sondern eine recht treffende Beschreibung der Rahmenbedingungen, in denen unsere Auftraggeber*innen und Partner*innen arbeiten und in denen wir selbst denken und handeln. Gleichzeitig knüpft sie für uns unmittelbar an das Konzept des Growth Mindset an: die Überzeugung, dass Fähigkeiten, Organisationskultur und professionelle Praxis entwickelbar sind.
Was heißt VUCA überhaupt und warum interessiert uns das?
VUCA steht für Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity, also Unbeständigkeit, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Entwicklungen verlaufen schneller, sind weniger berechenbar, hängen mit immer mehr Faktoren zusammen und lassen sich oft nicht eindeutig deuten.
Für Soziale Arbeit, Jugendarbeit, Ganztag, Bildung und Verwaltung bedeutet das:
Politische Entscheidungen, Krisen, Konflikte und gesellschaftliche Brüche schlagen direkt auf die Praxis durch.
Organisationen sollen stabil sein und gleichzeitig hoch anpassungsfähig.
Fachkräfte und Leitungen müssen Entscheidungen treffen, ohne „alle Fakten“ zu haben und trotzdem verantwortungsvoll handeln.
Genau hier wird Growth Mindset relevant: Wenn sich Rahmenbedingungen ständig verschieben, ist nicht entscheidend, „alles zu wissen“, sondern die eigene Lern- und Entwicklungsfähigkeit zu stärken, individuell und organisational.
INNSEL-Perspektive: Wir arbeiten da, wo VUCA spürbar wird
Als Beratungs- und Weiterbildungspartner*in im Sozial- und Bildungsbereich erleben wir VUCA nicht abstrakt, sondern sehr konkret: in Leitungsrunden, Teamsitzungen, Konflikten, Konzeptprozessen.
Typische Situationen, die wir in unserer Arbeit sehen:
Ein Jugendhaus-Team zwischen steigenden Erwartungshaltungen, knapper Personaldecke und politischem Druck.
Leitungen, die gleichzeitig Digitalisierung, Fachkräftemangel, Schutzkonzepte, Beteiligung, Demokratiebildung und Finanzlogiken jonglieren.
Träger*innen, die wissen, dass „weiter wie bisher“ nicht reicht, aber nicht genau sehen, an welchen Stellschrauben sie zuerst drehen sollen.
Unsere zentrale Frage ist daher: Wie lassen sich Führung, Teams und Strukturen so gestalten, dass professionelle Praxis auch unter Druck hält ohne Zynismus, ohne Burnout, ohne Schönfärberei? Growth Mindset heißt hier für uns: Wir gehen davon aus, dass Menschen und Organisationen lern- und entwicklungsfähig sind und gestalten unsere Formate so, dass genau diese Fähigkeit gestärkt wird.
Drei Haltungen, mit denen wir VUCA begegnen
1. Komplexität ernst nehmen, ohne sie zu dramatisieren
Wir glauben nicht an einfache Lösungen für komplexe Probleme. Wir glauben aber daran, dass Klarheit möglich ist: über Rollen, Prioritäten, nächste Schritte und Grenzen. In unseren Formaten geht es deshalb weniger um „Tools abholen“ und mehr um gemeinsames Sortieren, Fokussieren und Entscheiden.
Ein Growth-Mindset-Blick bedeutet hier:
Komplexität ist nicht nur Bedrohung, sondern auch Lernfeld.
Fehler, Irrtümer und Sackgassen werden als Rückmeldungen verstanden, nicht als Beweis des Scheiterns.
Organisationen dürfen sagen: „Wir wissen es noch nicht, aber wir sind bereit, zu lernen.“
2. Führung als Beziehungs-, Lern- und Rahmenarbeit
In einer VUCA-Welt reicht „Management von Aufgaben“ nicht mehr. Führung heißt für uns:
Spannungen adressieren, statt sie zu deckeln.
Räume schaffen, in denen Widerspruch und Unsicherheit ausgesprochen werden können.
Den Rahmen zu halten, in dem Teams trotz Druck professionell bleiben können.
Growth Mindset verschiebt den Fokus von „ich muss als Führungskraft alles können und wissen“ hin zu:
„Ich lerne mit meinem Team.“
„Ich darf meine Lernkanten benennen und mir Unterstützung holen.“
„Wir entwickeln unsere Organisation gemeinsam weiter.“
Formate wie Rebel.Skillz oder unsere Beratungs- und Coachingangebote setzen genau hier an bei Haltung, Klarheit und der Fähigkeit, unter Unsicherheit zu führen, ohne in Kontrolle oder Resignation zu kippen.
3. Lernen und Veränderung als laufender Prozess, nicht als Projekt
Eine Fortbildung allein macht aus einer Organisation noch keine VUCA-kompetente Struktur. Wirklich wirksam wird es, wenn Fortbildung, Reflexion, Konzeptarbeit und Führungspraxis ineinandergreifen, etwa in längerfristigen Begleitungen, in modularen Programmen oder in Lernarchitekturen, die wir gemeinsam mit Träger*innen entwickeln.
Aus Growth-Mindset-Sicht heißt das:
Entwicklung ist kein einmaliger „Change“, sondern eine Sequenz von Wiederholungen.
Rückschritte, Widerstände oder Konflikte werden nicht als „Fehler des Projekts“ gedeutet, sondern als normaler Teil von Lernprozessen.
Organisationen entwickeln Routinen, mit denen sie sich fortlaufend justieren, zum Beispiel über regelmäßige Reflexionsschleifen, Feedback-Formate oder Supervision.
Growth Mindset im Kontext Sozialer Arbeit: keine Romantik, sondern professionelle Ressource
In der Diskussion um Growth Mindset wird manchmal so getan, als würde „positiv denken“ alle Probleme lösen. Das ist nicht unsere Perspektive. Im Kontext Sozialer Arbeit, Jugendhilfe und Bildung verstehen wir Growth Mindset als professionelle Ressource:
Es anerkennt strukturelle Rahmenbedingungen, Machtverhältnisse und Ungleichheiten und blendet sie nicht aus.
Es verschiebt den Fokus weg von Defizitdiagnosen („das Team kann nicht“, „die Leitung ist überfordert“) hin zu Entwicklungsfragen („Was braucht es, damit hier etwas in Bewegung kommt?“).
Es stärkt Selbstwirksamkeit: Teams und Leitungen erfahren, dass ihr Handeln, im Rahmen des Möglichen, einen Unterschied macht.
In Beratung, Coaching und Fortbildungen mit INNSEL heißt das konkret: Wir arbeiten mit den Menschen und Strukturen, wie sie sind und behalten gleichzeitig im Blick, was werden könnte.
Was heißt das konkret, wenn du mit uns arbeitest?
Wenn dich diese Fragen beschäftigen, zum Beispiel, weil du Leitung bist, Verantwortung für ein Team trägst oder in einer Organisation arbeitest, die sich weiterentwickeln will, dann können wir an verschiedenen Stellen ansetzen.
In Fortbildungen zu Themen wie Führung, systemischem Arbeiten, Beratung, OKJA, Ganztag, KI oder Umgang mit rechten Ideologien öffnen wir gemeinsame Denk- und Lernräume und geben dir handhabbare Orientierungen für deinen Alltag.
In Beratung und Coaching arbeiten wir an deinen konkreten Fällen, Entscheidungen und Konflikten mit dem Ziel, deine Handlungsmöglichkeiten zu erweitern, ohne deine Realität schönzureden.
In Konzept- und Organisationsentwicklungsprozessen begleiten wir euch als Team oder Organisation dabei, euren eigenen Weg durch VUCA-Bedingungen zu finden: mit klaren Schritten, Reflexionsschleifen und einem realistischen Blick auf Ressourcen und Grenzen.
Wir versprechen keine einfache Lösung für komplexe Probleme. Aber wir stellen unsere Erfahrung, unsere Fragen und unsere Haltung zur Verfügung damit du, dein Team und deine Organisation auch in einer unsicheren Welt professionell und mit Haltung handeln können.
Warum VUCA und Growth Mindset für uns zusammengehören
VUCA benennt Zumutungen, Growth Mindset beschreibt eine mögliche Antwort darauf. Beides zusammen ergibt aus unserer Sicht eine professionelle Haltung:
Wir nehmen Unsicherheit, Widersprüche und Dynamik ernst.
Wir verlassen uns nicht auf vermeintlich sichere Prognosen, sondern auf die Fähigkeit, aufmerksam zu bleiben, zu reflektieren und nachzujustieren.
Wir trauen Menschen und Organisationen zu, sich weiterzuentwickeln nicht trotz, sondern wegen der Herausforderungen, vor denen sie stehen.
INNSEL will dazu beitragen, genau diese Haltung zu stärken: bei Führungskräften, in Teams und in Organisationen, die ihre Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auch dann gut machen wollen, wenn die Welt drumherum unübersichtlich bleibt.



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